Strategien

Strategien

Frauenpolitik zu machen war für Johanna Dohnal kein Job wie jeder andere. Es war ihr ein wirkliches Anliegen. Sie forderte Gleichberechtigung nicht nur ein, beschränkte sich also nicht auf die Strategie der Rhetorik, sondern drängte darauf, die Forderungen auch zu realisieren. Damit machte sie sich nicht nur Freunde. Im Gegenteil. Aber sie war nicht bereit, sich mit den bestehenden Verhältnissen zu arrangieren. Auch wenn dies für sie um einiges bequemer gewesen wäre. Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen überlegte sie sehr genau, wie strategisch vorzugehen sei, damit sich die Lage der Frauen verbessert, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität. Es waren konzertierte Aktionen, die damit begannen, den den Boden für ein Thema aufzubereiten, mit dem Thema in die Öffentlichkeit zu gehen, es zu diskutieren, zu argumentieren und Verbündete zu suchen.

Charakteristisch für Johanna Dohnals politische Arbeit waren die folgenden Strategien bzw. Politikformen:


Die Strategie der Einmischung

Als Frauenstaatsekretärin im Bundeskanzleramt war Johanna Dohnal dem Kanzler unterstellt und weisungsgebunden. Verfassungsrechtlich haben StaatssekretärInnen keine eigenständigen Kompetenzen. Das bedeutet, sie selbst können keine legistischen Maßnahmen setzen. Wollen sie gesetzlich etwas verändern, müssen sie zuerst die zuständigen MinisterInnen von der Notwendigkeit einer Änderung überzeugen. Johanna Dohnal machte aus dieser Not eine Tugend.



Politik Mit den Frauen für die Frauen

Johanna Dohnal wollte nicht nur Politik für die Frauen machen. Sie wollte diese Politik mit den Frauen machen.
Obwohl 16 Jahre Mitglied der Regierung, agierte Johanna Dohnal nie abgehoben. Sie blieb in ständigem Kontakt mit Frauen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Sie maßte sich nicht an, selber besser zu wissen, was für Frauen gut ist, war immer bereit zuzuhören und dazuzulernen.
Sie sorgte selbst sehr gezielt dafür, dass sie den Bezug zur Realität nicht verlor.



Parteiübergreifende Koalitionen

Die Zusammenarbeit über Partei- und sonstige Grenzen hinweg erfolgte nicht nur bei Frauenenqueten und Frauenforen. Johanna Dohnal lud auch immer zu frauenpolitischen Gesprächen in ihr Büro. Daneben gab es jede Menge informeller Kontakte. Diese Begegnungen dienten dem kontinuierlichen Informationsaustausch und waren auch oft Ausgangspunkt für offizielle politische Zusammenarbeit.
Um Forderungen im Interesse von Frauen durchzusetzen, versuchte Johanna Dohnal des öfteren ganz gezielt, Koalitionen mit Frauen außerhalb der SPÖ zu bilden.


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